Wenn ich durch die Stadt oder durch den Wald gehe, begegnen mir ständig Hunde, die ein auffälliges Gangbild haben. Und zwar mittlerweile so oft, dass ich das Gefühl habe, dass es kaum noch einen Hund gibt, der ohne Beschwerden laufen kann. Gerade die kleinsten, wie Chihuahua, Yorkshire Terrier, Französische Bulldoggen sehe ich auf drei Beinen laufen oder heftig mit den Hinterbeinen austreten. Das sieht nicht gesund aus, und ist es auch nicht. Und immer wieder frage ich mich: Weiß der Besitzer, wie das Ende seiner Leine sich bewegt? Ist der Hund in Behandlung? Spricht man den Besitzer dann freundlich darauf an, hört man häufig: “Ach das, der läuft schon immer so. Sieht witzig aus, oder?” Hmm… Sieht vielleicht witzig aus. Ist es aber definitiv nicht. Durch die Kleinzüchtung von Hunderassen hat es sich leider ergeben, dass die Körperteile an einigen Stellen nicht mehr so zusammenpassen, wie sie es eigentlich sollen. Besonders häufig ist das bei diesen kleinen Hunden, dass die Kniescheibe nicht mehr richtig in der Rinne verläuft, wie es eigentlich gedacht ist. Dadurch entsteht die sogenannten Patellaluxation, was bedeutet, dass die Kniescheibe sich außerhalb ihrer Rinne verhakt und dort steckenbleibt. Der Hund versucht nun, mit einem gezielten Tritt, die verkeilte Scheibe wieder zu lösen. Klingt unangenehm? Ist es auch! Aber der Hund läuft ja schon immer so! Auf Dauer entsteht jetzt durch die falsche Bewegung Arthrose im Kniegelenk, das Laufen wird immer mehr erschwert.

Ein weiterer Fall sind die häufig mittelgroßen Hunde, die so “lustig” mit dem Hintern wackeln. Dieser Vorgang wird in der Veterinärmedizin als LSÜ-Twist, also Lumbo-Sacraler-Übergangs-Twist, bezeichnet und geht oftmals mit einer Hüftdysplasie oder Problemen im Rücken einher. Ich sage oftmals, weil es natürlich Hunde gibt, die einen starken Hüftschwung haben und völlig gesund sind. Es gibt aber auch genügend Hunde, bei denen der LSÜ-Twist eben durch oben genannte Probleme hervorgerufen wird.

Dass ein Hund also “schon immer so läuft”, ist kein Kriterium dafür, dass er beim Laufen keine Einschränkung hat. Es ist also angeraten, das Gangbild deines Hundes mal vom Profi (Hundephysiotherapeut oder ähnliches), überprüfen zu lassen.

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